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Chronik der Ausbreitung der Geflügelpest vom Subtyp H5N8 2014-2015

(Redaktionell überarbeitet am 1.3.2015)


(einschließlich nahe verwandter H5-Subtypen ohne H5N1 "Asia")

Inhalt    
     
Teil 1: Asien
  Volksrepublik China 2010-2015
  Südkorea 2014-2015
  Japan 2014-2015
  Taiwan 2015
     
Teil 2: Europa
  Deutschland
  Groß-Britannien
  Niederlande
  Italien
     
Teil 3: Nord-Amerika
  Kanada (H5N2)
  USA
     
Teil 4: Quellen

 

Übersicht der gemeldeten Fälle bis 28.01.2015 (OIE, USGS NWHC 2014, EU)

Legende / Farben

Land Farbe
Deutschland  
Niederlande  
England  
Italien  
China  
USA  
Südkorea  
Kanada  
Japan  
Taiwan  
Russland  

 

Datum Ort Ergänzende Informationen
16.01.14-21.4.14 Südkorea >100 Geflügelfarmen, >26 Wildvögel
11.04.14 Japan, Kyushu Kumamoto: Broiler
08.05.14 Südkorea 1 Geflügelfarm (nicht der OIE gemeldet)
27.07.14 Südkorea 1 Geflügelfarm (nicht der OIE gemeldet)
03.-24.09.14 Südkorea erklärt sich offiziell geflügelpestfrei
12.09.14 China, Liaoning Nachweis in Schlachthof (Hausente) und Flussaue nahebei
24.09.14 - Südkorea 1 Geflügelfarm (+ mind. 48 weitere, nicht der OIE gemeldete Ausbrüche)
25.09.14 Russland Ostsibirien, Sakha, Monitoring: Pfeifente (Gensequenz unvollständig)
03.11.14 Japan, Honshu Monitoring: Zwergschwan Kotproben
04.11.14 Deutschland, MV Heinrichwalde: Putenbestand
14.11.14 Niederlande, Utrecht Hekendorp: Legehennen
14.11.14 England, Yorkshire Driffield: Entenbrüterei
17.11.14 Deutschland, MV Rügen, Ummanz: unbestimmte Ente
18.11.14 Japan, Honshu Monitoring: 3 Kotproben unbestimmter Enten
19.11.14 Niederlande, Zuid-Holland Ter Aar: Legehennen
21.11.14 Niederlande, Overijssel Kamperveen: 1 Entenmästerei, 1x Legehennen
24.11.14 Niederlande, Utrecht Kamerik: 2 Entenproben (2 Pfeifenten)
23.11.14-14.1.15 Japan, Kyushu Izumi-shi, Kranichschutzgebiet: tote Kraniche und eine tote Stockente
30.11.14 Niederlande, Zuid-Holland Zouterwoude: Legehennen
30.11.-19.12.14 Kanada, British Columbia H5N2: 11 kommerzielle Geflügelbestände, 1 Kleinbestand
07./17.12.14 Deutschland, ST Aken: Totfund Stockente
10.12.14-08.01.15 USA Washington, Oregon, Idaho, California, Utah: H5N8, H5N2, H5N1: gehaltene Vögel, Wildvögel und Kleinbestände
12.12.14 Japan, Honshu Gifu: Monitoring: 1 Mandarinente
14.12.14 Japan, Kyushu Miyazaki: Geflügelbestand: Broiler
15.12.14 Deutschland, NI Barßel: Putenmästerei
15.12.14 Italien, Veneto Porto Viro: 1 Putenbestand
16.12.14 Deutschland, ST Grimme, Schlachthof: Mastenten (nicht der OIE gemeldet)
16.12.14 USA, Oregon H5N8: Kleinbestand
18.12.14 Deutschland. NI Emsland, Neubörger: Entenmästerei
24.12.14 USA, Washington H5N2: 2 Kleinbestände
28.12.14 Japan, Kyushu Miyazaki: Broiler
29.12.14 Japan, Honshu Yamaguchi: Broiler
29.12.14 USA, Washington H5N1: Krickente
31.12.14 Deutschland, ST Stendal, Groß Schwechten: 2 Stockenten (nicht der OIE gemeldet)
04.01.15 Deutschland, MV Rostock: Zoo: Weißstörche und andere Vögel
06.01.15 Deutschland, TH Thüringen, Auleben: Stockente (nicht der OIE gemeldet)
07.01.-(31.01.15) Taiwan H5N2, H5N8, H5N3: >500 Geflügelbestände (v.a. Gänse)
07.01.15 USA, Idaho H5N2: Kleinbestand & gehaltene Falken
08.01.15 USA, Washington H5N2: Kleinbestand
vor 12.01.15 Deutschland, NI Aurich, Greetsiel: Mantelmöwe? (nicht der OIE gemeldet)
15.01.15 Japan, Honshu Okayama: Legehennen
16.01.15 Deutschland, MV Anklam: Tierpark
17.01.15 Japan, Kyushu Saga: Broiler
19.01.15 USA, California H5N8: Putenfarm (145.000 Puten)
26.01.15 Deutschland, MV Anklam: Kleinbestand

Basis für die folgende Chronik sind die Meldungen der Ausbruchsländer an die OIE [1]. Wenn nicht anders erwähnt stammen die Beschreibungen der Fälle aus OIE-Berichten. Sie werden ergänzt durch veröffentlichte Recherche in Datenbanken für Gen-Sequenzen von Influenza-Viren, GenBank [2] und GISAID [3], Berichte einzelner Länder zu Ausbrüchen (z.B. an die zuständigen EU-Gremien [4] [5]), Veröffentlichungen sowie alle weiteren im Internet verfügbaren Quellen, einschließlich Zeitungsartikel. Die Interpretation der wahrscheinlichen Ausbreitungswege und -vektoren muss nicht den in diesen Quellen geäußerten Ansichten entsprechen. Die Darstellung erfolgt vor dem Hintergrund, dass von für Tierseuchen zuständigen Einrichtungen die "Wildvogelthese" für realistisch gehalten wird, nach der Wildvögel als Reservoir und/oder Vektor für H5N8 und andere hoch pathogene Geflügelpestviren gelten. Die veröffentlichen Informationen werden auf Indizien für oder gegen diese These geprüft.

 



Teil 1: Asien


Volksrepublik China 2010-2015


Allgemein


Die Volksrepublik China gilt als Ursprung der hochpathogenen H5N8-Viren, da dort bereits 2010 und erneut 2013 Vorläufer dieses HPAIV-Subtyps entdeckt wurden (Zhao et al. 2013, Li et al. 2014, Fan et al. 2014, Wu et al. 2014). Auch 2014 wurden Viren dort nachgewiesen (OIE). Allerdings sind offene "Ausbrüche" in China nicht bekannt; offenbar sorgen Impfungen des Geflügel dafür, dass die Zirkulation dieser Viren weitgehend ohne erkennbare Symptome erfolgt (vgl. Ma et al 2014).

Vergleiche zwischen den spärlichen Gensequenzen von H5N8-Viren aus China und anderen Ausbruchsländern legen den Vermutung nahe, dass in China dieser Viren-Subtyp aus dem "klassischen" H5N1 "Asia" entstanden ist (Wu et al. 2014). Entsprechende Gensequenzen von H5N8-HPAI-Viren sind in der GenBank [2] zu finden, aus 2010 und 2013. Bemerkenswerterweise hat China in diesem Jahr (2013) jedoch keine Ausbrüche dieses Viren-Subtyps an die OIE [1] gemeldet.

China hat erst 2014 zwei "Ausbrüche" an die OIE gemeldet, die wohl in einem kausalen Zusammenhang stehen: nachgewiesen wurden die Viren bei der Routineuntersuchung einer Hausente in einem Schlachthof in der Stadt Panjin und am selben Tag am Ufer des Flusses, der an diesem Schlachthof vorbeiführt. In Google-Earth ist zu erkennen, dass ein Graben vom Schlachtbetrieb zum Fluss führt.

Außer dem H5N8-HPAIV zirkulieren in China derzeit zahlreiche andere hochpathogene Geflügelpestviren-Subtypen, nämlich H5N1, H5N2, H7N9 usw. Sie werden hier nicht weiter behandelt. Zu den Gründen für diese Situation siehe Ma et al. (2014).


Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) Jiangsu (Provinz Yangzhou) - 05.12.2010
  Geflügelmarkt: Hausente
  Kommentar: veröffentlicht von Zhao et al. (2013); keine Meldung an die OIE
 
b) Shandong (Provinz Shandong) - 25.04.2013
  Geflügelmarkt: Hausente
  Kommentar: veröffentlicht von Li et al. (2014); keine Meldung an die OIE
 
c) Shanghai - 13.11.2013
  Stockente, bei Routine-Monitoring beprobt
  Kommentar: veröffentlicht von Fan et al. (2014); keine Meldung an die OIE
 
d) Zheijang (Provinz Zheijang) - 14.11.2013
  Geflügelmarkt: Hausente
  Kommentar: Veröffentlicht von Wu et al. (2014); keine Meldung an die OIE
 
e) Zheijang (Provinz Zheijang) - 14.12.2013
  Geflügelmarkt: Hausente
  Kommentar: Veröffentlicht von Wu et al. (2014); keine Meldung an die OIE
 
f) Stadt Panjin (Provinz Liaoning) - 12.09.2014
  Geflügelbetrieb: Schlachthof - eine beprobte Hausente positiv
  Entdeckung: Entdeckt durch Routine-Monitoring
  Kommentar: über weitere Nachforschungen z.B. zur Herkunft der Ente gibt es keine Informationen. Die Meldung belegt, dass H5N8-HPAI-Viren in Geflügelbeständen der VR China unentdeckt zirkulieren.
 
Sonstige H5N8-Nachweise
 
g) Stadt Panjin (Provinz Liaoning) - 12.09.2014
  Ereignis: am Fluss, der die Abwässer des Schlachthofs aufnimmt, wurde ein nicht näher beschriebenes "environment sample" (Umweltprobe, Kotprobe von Wasservögeln?) positiv getestet
  Entdeckung: Entdeckt durch Routine-Monitoring
  Kommentar: dieser Nachweis kann aufgrund der Umstände nicht als Beleg für eine Zirkulation unter Wildvögeln gelten.

 


 

Südkorea 2014-2015


Allgemein


Auf welchem Weg H5N8-Viren von ihrem vermuteten Ursprung in China (Lee et al. 2014) nach Südkorea gelangten ist bislang völlig unbekannt. Sicher ist, dass Vorgänger der koreanischen H5N8-Viren vor und während der Ausbruchsserie auch in chinesischen Geflügelbeständen nachgewiesen wurden (s.o.). Dagegen gibt es keine Hinweise, dass die Viren in Wildvögeln vorkamen, bevor es zu Ausbrüchen in Geflügelfarmen in unmittelbarer Nachbarschaft zu Wasservogelrastgebieten (Donglim-Stausee) kam (Lee et al. 2014, EAAFP 2014a, Moores 2014). Auch Ku et al. (2014), die H5N8-Viren in einer von 200 Kotproben von Wasservögeln in Südkorea entdeckten vermuteten eine Infektion von Wildvögeln in infizierten Geflügelfarmen: "... it is likely that A/waterfowl/Korea/S005/2014 (H5N8) originated from infected waterfowl that had visited poultry on an infected farm...".


Offenbar war das Virus in Südkorea zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits weit verbreitet, wie aus der Entdeckung zahlreicher Fälle in den ersten Tagen zu schließen ist. Eine mögliche Ursache dafür ist, dass aus einer infizierten Entenbrüterei zuvor mehr als 170.000 Jungenten an 24 Mästereien in 4 Provinzen geliefert worden waren (Moores 2014, Ban & Myers 2014). Die Tatsache, dass die Epidemie ausschließlich in Südkorea ablief, während es in Nordkorea bis heute keinen Nachweis dieses Viren-Subtyps gibt (aber von H5N1, OIE) ist ein weiteres starkes Indiz gegen eine Einschleppung oder Weiterverbreitung durch Zugvögel. Südkorea betreibt seit Jahren Wildvogel-Monitoring; das Auftreten von HPAIV wurde aber erst im Zusammenhang mit Ausbrüchen in Geflügelfarmen 2014 festgestellt (Jeong et al. 2014, Ku et al. 2014).


Es gibt widersprüchliche Angaben über die Zahl der betroffenen Geflügelhaltungen, über den zeitlichen Ablauf der Epidemie oder die Zahl und Verbreitung infizierter Wildvögel. An die OIE wurden 29 Ausbrüche zwischen dem 16.01.2014 und 21.04.2014 gemeldet, und erneut ein Ausbruch am 24.09.2014. Tatsächlich gab es wohl 208 einzelne Ausbrüche bis Juli 2014, die zu 29 "Clustern" zusammengefasst wurden (Jeong 2014), nach einer anderen Quelle waren 548 Farmen infiziert bis zum 27.7.2014 (Ban & Wixom 2014). Offenbar konnte in den meisten Fällen eine Übertragung durch Menschen (direkt oder indirekt) nachgewiesen werden; bei anderen wird über Wildvögel spekuliert (Jeong 2014). Ob es konkrete Belege für eine Einschleppung durch Wildvögel gibt bleibt allerdings unklar. Die Ausbreitung wurde erleichtert durch die räumliche Nachbarschaft vieler Geflügelfarmen (Lee 2014).


Die Ausbruchsserie setzte sich nach einer etwa 2-monatigen Ruhepause am 24.9.14 fort und dauerte (zumindest) bis Mitte Januar 2015 an, mit bis dahin erneut 49 betroffenen Farmen (Ban & Wixom 2014), sowie einem Nachweis auf einem Geflügelmarkt im Dezember 2014 nahe der Hauptstadt Seoul (Kim 2014), der belegt, dass es unentdeckte Ausbrüche gibt. Mit Ausnahme des ersten wurden diese erneuten Ausbrüche nicht an die OIE gemeldet, ebenso wenig Nachweise bei Wildvögeln.


Sicher ist, dass Wildvögel im Verlauf der Epidemie infiziert wurden. Infizierte Wasservögel wurden zuerst am Donglim-Stausee festgestellt, in dessen Nähe auch die erste entdeckte Ausbruchsfarm liegt. Sie ist offenbar mit dem See durch einen Graben verbunden (soweit auf einem Luftbild in GoogleEarth erkennbar), was den Eintrag der Viren in das Reservoir erklären kann.


Am Donglim-See wurden 60 tote Gluckenten entdeckt (Nam 2014), nach anderen Quellen 100 (u.a. Lee 2014), außerdem tote Saatgänse und Blässgänse (Nam 2014). In 9 Proben von Wasservögeln vom Donglimsee wurden H5N8-Viren nachgewiesen (Lee 2014). Unklar ist, wie viele getestet wurden und ob alle tot gefundenen Enten Opfer von H5N8 waren. Wichtige epidemiologische Fragen sind daher nicht zu beantworten: Wie groß war die Prävalenz der Viren unter Wasservögeln? Welchen Anteil an der Mortalität hatten die Viren? Wie lange waren die Viren unter Wildvögeln nachweisbar? Die verfügbaren Daten deuten darauf hin, dass nach dem Keulen der infizierten Geflügelbestände auch die Zahl der positiv getesteten Wildvögel deutlich abnahm (Lee 2014).


Bis März 2014 wurden 427 Proben von Wildvögeln getestet (36 davon positiv = 8,4%; EEAFP 2014b), bis zum 7.Juli 2014 insgesamt 550 (inkl. Kotproben), davon 38 positiv (Lee 2014), also 2 zusätzliche Nachweise bei 123 Proben (1,6%). Unter den beprobten Totfunden waren Gluckenten (n=10), Stockenten (n=2), Saat- und Blässgänse (n=4 bzw. 2), und je ein "Schwan", Blässhuhn, Zwergtaucher und Silberreiher. Außerdem wurden 9 gefangene Enten positiv beprobt (3 Stock-, 2 Fleckschnabel- und 4 Krickenten (hier gibt es bei Lee (2014) allerdings einen Widerspruch in den Zahlen und der Grafik, die nur insgesamt 2 positiv beprobte Krickenten zeigt). Von 879 beprobten Wildvögeln hatten 107 Antikörper gegen H5 (Lee 2014).


Wegen der unübersichtlichen Datenlage wird auf eine detaillierte Darstellung der Ausbrüche verzichtet.

 


 

Japan 2014-2015


Allgemein


Die Ausbrüche und Nachweise von H5N8 in Japan sind im Zusammenhang mit der Ausbruchsserie in Südkorea zu sehen, auch wenn über die konkreten Zusammenhänge nichts bekannt ist.


In Japan wurde während der ersten südkoreanischen Ausbruchsserie 2014 nur einmal Geflügelpest H5N8 entdeckt: am 11.4.2014 in einer sehr großen Geflügelfarm (113.000 Broiler) auf der südlichen Insel Kyushu. Der Ort liegt etwa 400 km von den nächstgelegenen Ausbruchsorten in Südkorea entfernt. Infizierte Wildvögel wurden damals nicht beobachtet.


Nachdem sich ab September die Geflügelpestausbrüche in Südkorea fortsetzten wurden durch Wildvogelmonitoring ab Mitte November auch in Japan wiederholt Nachweise bei Wildvögeln und später auch in Geflügelfarmen erbracht. Solange es aus Südkorea von der zweiten Ausbruchswelle keine veröffentlichten Gensequenzen gibt ist es schwer, den genauen Zusammenhang zu rekonstruieren.


Die Ausbrüche bei Geflügel verteilen sich im Radius von maximal 340 km um Kumamoto, dem ersten Ausbruchsort. 3 der fünf neuen Ausbrüche waren auf der Südinsel Kyushu, 2 weitere im südlichen Honshu. Die spärlichen genetischen Analysen von H5N8-Viren aus Japan stehen zumindest nicht im Widerspruch zu der Vermutung, dass nur eine einmalige Einschleppung für alle 6 Ausbrüche verantwortlich war.


Eine mögliche Erklärung wäre, dass die H5N8-Viren seit dem ersten bekannt gewordenen Ausbruch in Japan im April 2014 unbemerkt weiter zirkulierten, die Ausbrüche aber erst mit dem Beginn kühleren Wetters (Temperatursturz in der ersten Januarwoche, Frost auf Kyushu ab 7.12.2014; Wetteronline.de) offen zum Ausbruch kamen.


Die 5 Fundorte von infizierten Wildvögeln (der Kranich-Überwinterungsplatz Izumi-shi auf Kyushu mit 6 Nachweisen, ein Fundort von einer toten Mandarinente [Standvogel in Japan], sowie 3 Standorte mit jeweils 1-2 H5N8-positiven Kotproben von unbekannten Anatiden bzw. Zwergschwänen) streuen deutlich weiter und finden sich überwiegend weiter im Osten der Hauptinsel Honshu, so dass ein Zusammenhang zwischen den Ausbrüchen bei Geflügel und den Nachweisen bei Wildvögeln bei genauer Analyse nicht zu erkennen ist.


Ein Teil der Nachweise könnte Vögel betreffen, die sich auf dem Zug an Rastplätzen in Korea infiziert hatten, wo in dieser Zeit die zweite Ausbruchsserie auch den Osten des Landes erfasst hatte. Dies gilt vermutlich auch für den Kranichrastplatz Izumi-shi. Andere Nachweise, wie bei einem Totfund einer Mandarinente, oder aus Kotproben von unbestimmten Enten an nicht klar definierten Orten, sind dubios und lassen sich ohne zusätzliche Informationen nicht interpretieren.


Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) Kuma-gun (Kumamoto; Kyushu) - 11.04.2014
  Geflügelbetrieb: Broiler (131.100 Broiler)
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund steigender Mortalität, nicht durch Monitoring
 
b) Nobeoka-shi (Miyazaki, Kyushu) - 14.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broiler (4.000 Broiler)
 
c) Miyazaki-shi (Miyazaki, Kyushu) - 28.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broiler (42.000 Broiler)
 
d) Nagato-shi (Yamaguchi, Süd-Honshu) - 29.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broiler (37.000 Broiler)
 
e) Kasaoka-shi (Okayama, Süd-Honshu) - 15.01.2015
  Geflügelbetrieb: Legehennen (200.000 Legehennen)
 
f) Arita-cho (Saga, Kyushu) - 17.01.2015
  Geflügelbetrieb: Broiler (72.908 Broiler)
 
Meldungen infizierter Wildvögel:
 
g) Yasugi-shi (Shimane, Süd-Honshu Nordküste) - 03.11.2014
  Zwergschwan (Cygnus columbianus): 2 Kotproben positiv
  Distanz zum nächstgelegenen Geflügelausbruch: >100 km
  Kommentar: Zwergschwäne sind Zugvögel, sie könnten über Korea nach Japan gezogen sein.
 
h) Tottori-shi (Tottori, Süd-Honshu Nordküste) - 18.11.2014
  Ente, unbestimmt: 1 Kotprobe
  Distanz zum nächstgelegenen Geflügelausbruch: >130 km
 
i) Chosei-gun (Chiba, Zentral-Honshu Südküste?) - 18.11.2014
  Enten, unbestimmt: 2 Kotproben positiv (von 50 untersuchten)
  Bemerkung: südliches Umland von Tokio, am weitesten östlich gelegener Nachweis; beide Proben von demselben Virenstrain wie die europäischen Nachweise!
  Distanz zum nächstgelegenen Geflügelausbruch: >600 km
 
j) Izumi-shi (Kagoshima, Kyushu) - 23.11.2014-14.01.2015
  Bemerkung: wichtiges Überwinterungsgebiet für Kraniche (mehrere Arten) und andere Wasservögel; regelmäßige Fütterungen, Nahrungssuche auf landwirtschaftlichen Flächen
  Weißnacken-Kranich (Grus vipio): 23.11.2014 - geschwächt gefunden
  Wasserprobe am Kranichschlafplatz: 01.12.14 positiv; genetisch entspricht der nachgewiesene Virentyp den europäischen H5N8-Virenlinie
  Mönchs-Kranich (Grus monacha): 3 Totfunde am 07.12., 17.12.14 und 03.01.15
  Stockente: 14.01.15 Totfund
  Distanz zum nächstgelegenen Geflügelausbruch: >90 km
 
k) Kani-shi (Gifu, Süd-Honshu Nordküste) - 12.12.2014
  Mandarinente: 1 Totfund
  Distanz zum nächstgelegenen Geflügelausbruch: >330 km
  Bemerkung: Mandarinenten sind auf Honshu einheimische Standvögel (http://en.wikipedia.org/wiki/Mandarin_duck).

 


 

Taiwan 2015


Allgemein


In Taiwan wurden im Januar 2015 drei verschiedene HPAI-Viren-Subtypen entdeckt und zwar am 7.1.2015 (H5N2), am 8.1. (H5N8) bzw. am 11.1. (H5N3). Betroffen waren fast nur Gänsehaltungen. Bis Monatsende waren zahlreiche Geflügelbestände befallen, nämlich 332 mit H5N2, 231 mit H5N8, davon mind. 12 gleichzeitig mit H5N2, und 20 mit H5N3, davon mind. 2 auch mit H5N2. Infizierte Wildvögel wurden offenbar nicht entdeckt [1].


Bisher sind zwar nach den Meldungen an die OIE Gene sequenziert worden, aber über die Verwandtschaft dieser Viren ist fast nichts verlautbart worden. Offenbar handelt es sich bei dem Haemagglutinin-Gen jedoch um dieselbe Virenlinie, die auch aus Korea, Japan, Europa und Nordamerika bekannt ist [1]. Bei H5N3 soll es sich um eine bisher unbekannten Kombination handeln, nicht aber bei H5N8 und H5N2. Solange keine Gensequenzen veröffentlicht werden muss offen bleiben, woher die Viren stammen und ob die verschiedenen Subtypen im Land entstanden oder von auswärts importiert wurden.


Das "explosionsartige" Auftreten dieser Viren könnte darauf hindeuten, dass es eine gemeinsame Quelle (z.B. Futtermittel) gegeben hat (vgl. Jeong 2014: S 17).

Angesichts von Hunderten betroffenen Geflügelbeständen wird auf eine Auflistung verzichtet.



 


 

Teil 2: Europa


Auftretende HPAI-Viren-Subtypen 2014 / 2015: H5N8 (außerdem H5N1 in Bulgarien, sowie benachbart in Israel, Ägypten, Palästina - hier nicht weiter analysiert)

Allgemeine Bemerkungen


In Europa wurden in vier Ländern in kurzen zeitlichen Abständen Ausbrüche der Geflügelpest vom Subtyp H5N8 nachgewiesen. In allen Fällen waren zuerst geschlossene Massentierhaltungen betroffen (OIE, EFSA 2014: "It is puzzling that only indoor kept poultry became infected with HPAI H5N8 in the current outbreaks in Europe and that no outdoor production sites have been affected."). Deutlich später wurden in zwei Ländern auch über wenige infizierte Wildvögel berichtet: in den Niederlanden ein Fall und in Deutschland mehrere. Zudem kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu drei Ausbrüchen in Tiergärten bzw. einer Kleinhaltung. Es ergibt sich ein Muster, dass in jedem Land bestimmte Segmente des Geflügelmarkts besonders betroffen waren: Puten in Deutschland und Italien, Hühner in den Niederlanden, aber Enten in England, den Niederlanden und Deutschland. Dieser Ablauf der Ausbrüche in Serien ist ein wichtiges Indiz, dass die Verbreitung der Viren innerhalb der Geflügelwirtschaft erfolgt, da Wildvögel logischerweise keine Präferenz für bestimmte Geflügelarten haben sollten.


Bemerkenswert ist auch, dass offenbar in mehreren Fällen der Ausbruch in Ställen begann, die näher an der Zufahrt oder KFZ-Standplätzen lagen als andere im selben Bestand. Es ist jedoch unklar, ob dieses Muster verallgemeinerbar ist. Es wäre ein Indiz für eine Verbreitung durch Transportfahrzeuge, und gegen einen Eintrag z.B. durch Futtermittel oder Einstreu, während es weder für noch gegen Wildvögel spricht (Heinrichswalde: BMEL 2014: S. 4; Hekendorp: Bouwstra 2014: S. 11; Porto Viro: Anon. 2014: S. 5).


Ursprung der Viren:


Anhand genetischer Vergleiche konnte festgestellt werden, dass bei allen europäischen Ausbrüchen von Geflügelpest des Subtyps H5N8 genetisch sehr ähnliche Viren beteiligt waren, ebenso wie in einem Fall in Japan (Breed & Brown 2015, EFSA 2014). Sie haben größte Übereinstimmung mit H5N8-Viren, die im Januar 2014 in Südkorea gleichzeitig in Entenfarmen und bei Wildenten nachgewiesen wurden. Es ist deswegen wahrscheinlich, dass diese Viren aus Südkorea eingeschleppt wurden. Anhand der Mutationsrate, die sich aus dem genetischen Vergleich der Viren ergibt ([2], [3], Breed & Brown 2014), ist anzunehmen, dass sich diese Virenlinien etwa im September 2014 getrennt haben müssten. EFSA (2014) vermutet als Datum den Juni 2014, was aber weniger wahrscheinlich ist, da der Abstand zwischen den japanischen und europäischen Viren geringer ist als der genetische Abstand zu den südkoreanischen aus dem Januar. September 2014 könnte der Zeitpunkt der Einschleppung nach Europa sein. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass sich Südkorea Anfang September 2014 offiziell für geflügelpestfrei erklärte, so dass Handelsbeschränkungen für Geflügel aufgehoben werden konnten. Wenig später wurde jedoch erneut ein Ausbruch entdeckt, so dass dies rückgängig gemacht werden musste (OIE). Es gab also im September 2014 ein kleines Zeitfenster, in dem ein Transport von Geflügel und Geflügelprodukten (mit dem nötigen Transportmaterial) zwischen Südkorea und Europa möglich war. Nachdem in Südkorea im Zuge der Ausbrüche ein großer Teil der Geflügel- (insbesondere Enten-) Bestände gekeult worden war, auch in etlichen Brütereien, bestand dort wahrscheinlich eine erhöhte Nachfrage nach Importen von Zuchttieren und damit die Wiederaufnahme des internationalen Geflügelhandels zwischen Südkorea und Europa..


Zur besonderen Bedeutung von Ausbrüchen in Entenbeständen


In Europa ist Geflügelpest vom Subtyp H5N8 bis zum 28.01.2015 in vier Ländern nachgewiesen worden. Betroffen waren drei Putenbestände (DE - 2, IT - 1), vier Hühnerbestände (NL) und drei Entenbestände (GB, NL, DE). Am (vorläufigen?) Ende der Ausbruchsserie gab es in Mecklenburg-Vorpommern noch drei Ausbrüche in einem Zoo, einem kleinen Tierpark und einem in der Nähe von diesem gelegenen kleinen Schaugeflügelbestand. Dies muss als Hinweis darauf gesehen werden, dass die Geflügelpestviren irgendwann im Verlauf der Ausbruchsserie aus den geschlossenen Systemen der kommerziellen Geflügelwirtschaft in die Umwelt gelangten, vielleicht in Tierfutter.


Die Geflügelart wird in den Meldungen an die OIE von allen 4 betroffenen Ländern in Europa gewöhnlich angegeben. Es ist deswegen bemerkenswert, dass von dieser Praxis abgewichen wird, sobald Entenbestände betroffen sind. Sowohl die niederländischen wie die deutschen Behörden haben in ihren offiziellen Meldungen an die OIE bei den Ausbrüchen in Entenbeständen die Geflügelart verschwiegen. Es könnte mit der besonderen Brisanz von Ausbrüchen in Entenfarmen zusammenhängen, die oft ohne auffällige Symptome bleiben und deswegen lange unentdeckt bleiben können.


Gemeinsam ist den drei Ausbrüchen in kommerziellen Entenfarmen, dass völlig unklar ist, wie lange die H5N8-Viren in den Beständen unbemerkt zirkulieren konnten bevor der Ausbruch entdeckt wurde. In mindestens zwei Fällen (Deutschland und England) wurden vermutlich infizierte Tiere bereits geschlachtet bevor die Ausbrüche wenige Tage später entdeckt wurden. Jeder Transport von unerkannt infiziertem Geflügel bedeutet unvermeidlich das Risiko, dass mit Viren kontaminiertes Material, z.B. Federn, in die Umwelt gelangen und weitere Ausbrüche sowohl in Geflügelfarmen wie bei Wildvögeln auslösen kann. Es ist realistischerweise auch davon auszugehen, dass durch die Verarbeitung von sogenannten Tierischen Nebenprodukten (Schlachtabfälle, Stalleinstreu, usw.) zu Dünger, Futtermittel, Grundstoff für die Biodieselproduktion usw. ein Restrisiko für die Verbreitung der Viren existiert, wenn auch zweifellos mit geringer Wahrscheinlichkeit.


In den Niederlanden wurden Ausbrüche in zwei benachbarten (<1 km) Geflügelfarmen entdeckt - einer davon war ein Entenbestand, aber die Behörden scheinen diese Tatsache geheim halten zu wollen. Offenbar war dort der Ausbruch von einem Betrieb auf den anderen übertragen worden, aber in welche Richtung? Jedenfalls haben die Behörden die Angelegenheit so ernst genommen, dass sie danach alle niederländischen Entenbestände auf Geflügelpest untersuchten (ohne Befund). (Leijs 2014)


Transporte von Geflügelfarmen zu Schlachtereien können über Hunderte von Kilometern und durch mehrere Länder erfolgen, wie 2008 im Zusammenhang mit einem Ausbruch von H5N1-HPAIV in einem englischen Putenbestand bekannt wurde (Transport von Puten aus England zur Schlachtung nach Ungarn [8]) und und am 16.12.2014 durch den Transport von Enten aus dem Emsland (Niedersachsen) zu einem Schlachtbetrieb in Grimme (Sachsen-Anhalt; BMEL 2015a) über mehr als 400 km (siehe unten!). Es wäre deswegen zu erwarten, dass es sporadisch zu Infektionen irgendwo entlang der Transportrouten kommt. Ob die vereinzelt gemeldeten H5N8-positiven Wildvögel tatsächlich dazu gehören sollte aber mit Skepsis betrachtet werden.


Epidemiologie


In Europa hat es bis Ende Januar 2015 zehn Ausbrüche in großen Geflügelbetrieben gegeben. In jedem Fall erfolgte anschließend eine gründliche epidemiologische Untersuchung mit Hilfe von spezialisierten Labors, mit deren Hilfe die Ausbreitungswege und der Weg der Viren in die Bestände aufgeklärt werden sollte. Dies gelang in keinem einzigen Fall (vgl. EFSA 2014)! Bei einem Ausbruch in den Niederlanden wurden H5N8-Viren gleichzeitig in zwei benachbarten Geflügelbeständen nachgewiesen, aber auch dort blieb letztlich unbekannt, wie die Viren die Entfernung zwischen den Ställen überwinden konnten oder in welchem Bestand die Viren zuerst auftraten. Wie kann es sein, dass epidemiologische Untersuchungen mit High-Tech-Labor-Unterstützung völlig ergebnislos bleiben? (Dass in allen Fällen anschließend Wildvögel als mögliche oder wahrscheinliche Verursacher genannt wurden, nach der Devise "Was soll's denn sonst gewesen sein?", sei hier nur am Rande erwähnt. Auch dafür gab es bekanntlich in keinem einzigen Fall einen konkreten Hin-, geschweige denn einen Be-weis. Dagegen blühen mehr oder weniger detailliert konstruierte Spekulationen - vgl. EFSA 2014, Adlhoch et al. 2015).


HPAI-Viren sind empfindlich gegen Wärme, Trockenheit, Licht, usw.. Sie sind daher in der Umwelt, außerhalb von infizierten Tieren, im Normalfall nur kurze Zeit nachweisbar (maximal wenige Tage). Nur unter günstigen Bedingungen, d.h. in einer kalten, feuchten und dunklen Umgebung bleiben sie auch lange Zeit erhalten und infektiös. Normalerweise vergehen schon zwischen der Entdeckung eines Ausbruchs und dem Beginn der epidemiologischen Untersuchung einige (wenige) Tage. Die Einschleppung der Viren in den Ausbruchsbestand liegt dann jedoch bereits deutlich länger zurück. Wenn die Einschleppung durch Anheftung an Gegenstände, Kleidung, Futtermittel, usw. erfolgte, ist verständlich, dass ein retrospektiver Labornachweis dafür im Normalfall nicht gelingen kann.


Anders sieht es aus, wenn das Virus durch lebende Tiere (Wildvögel, oder auch Kleinsäuger) in einen Geflügelbestand eingetragen wurde. Diese müssen sich ja in unmittelbarer Nähe der Geflügelställe aufgehalten haben, und müssten die Viren an andere Tiere weitergegeben haben. Immerhin handelt es sich bekanntermaßen um "hoch ansteckende" Viren. In infizierten Vögeln sind die Viren zwar auch nur wenige Tage nachweisbar (maximal um die 10 Tage, aber meistens wesentlich kürzer, nach veröffentlichten Laborexperimenten; z.B. Kang et al. 2015), da sie aber in dieser Zeit an andere Individuen weitergegeben werden können, sollten sie vor Ort weiterhin nachweisbar sein. Dies umso mehr, als diese hochpathogenen Viren bei vielen infizierten Vögeln innerhalb weniger Tage zum Tod führen.


Realistischerweise ist nicht zu erwarten, dass ein solcher Nachweis in jedem einzelnen Fall glücken kann. Es gibt aber nur eine logische Erklärung dafür, dass dies in KEINEM EINZIGEN Fall gelungen ist: es hat Wildvögel als Vektoren der Viren nicht gegeben.


[2015 wurde in einem mit H5N1-infizierten Putenbestand in Israel ein erkrankter Spornkiebitz entdeckt (OIE). Es ist sehr unwahrscheinlich, dass er die Viren eingeschleppt hat; vielmehr dürfte er sich in dem Geflügelbestand angesteckt haben. Der Vogel könnte zu der lokalen Brutpopulation gehören oder sich als Wintergast aus dem Norden dort aufhalten. Dass er aus einer Ausbruchsregion, z.B. Ägypten, zugewandert sein könnte ist im Januar sehr unwahrscheinlich. Als der Vogel entdeckt wurde, war es bereits in mehreren Ställen der Anlage zu einer stark gestiegenen Mortalität gekommen. Vom zeitlichen Ablauf ergibt sich daher, dass der Spornkiebitz Opfer des Ausbruchs geworden ist, aber nicht der Auslöser gewesen sein kann.]

 


 

Deutschland


Allgemein


Wie bereits bei den Ausbrüchen der Geflügelpest vom Subtyp H5N1 "Asia" in den Jahren 2006-2008 ist Deutschland erneut das am stärksten und am längsten von Ausbrüchen betroffene Land in Westeuropa. Hier wurde der erste Fall entdeckt und wohl auch der (vorläufig) letzte (Stand 28.01.2015). Die Ausbrüche konzentrieren sich in den Regionen mit der größten Dichte von kommerziellen großen Geflügelhaltungen. Die Ausbruchsbetriebe in Deutschland und England gehören zu bzw. arbeiten ausnahmslos für große Geflügelkonzerne (für die Betriebe in den Niederlanden und Italien sind entsprechende Informationen nicht zu erhalten). Betroffen sind fast nur geschlossene Massentierhaltungen, die strenge Sicherheitsregeln befolgen um Kontakte zu Wildvögeln zu unterbinden. Erst in einer späteren Phase des Ausbruchsgeschehens gab es sporadische Nachweise bei einzelnen Wildvögeln, aber ohne die sonst bei Geflügelpestausbrüchen im Freiland beobachtete erhöhte Mortalität (anders also als am Qinghai-See in China 2005, Rügen und Bodensee 2006, Stausee Berga-Kelbra 2007, Donglim-Stausee in Südkorea 2014, usw.; Chen et al. 2005, Mooij 2007, Bock 2008, Lee et al. 2014).


Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen

a) Heinrichswalde (Vorpommern-Greifswald, MV) - 4.11.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmästerei (31.000 Puten), zugehörig zu einem großen Fleischkonzern
  Verdacht: nach dem 1.11.14 (ECDE 2014) bzw. am 4.11.14 (BMEL 2014); offiziell festgestellt: 5.11.14
  Meldung an EU: 5.11.14; Meldung an OIE: 6.11.14
  Entdeckung: aufgrund hoher Mortalität (ECDE 2014), nicht durch Monitoring
 
zu a) Berlin (B) - 4.11.2014
  Ort: Labor der Universität Berlin
  Ereignis: Zwei Puten aus Heinrichswalde wurden zur Untersuchung an die Universität Berlin geschickt (4.11.14), wo H5 festgestellt wurde. Darauf wurde der Geflügelbestand der Universität (88 Vögel) gekeult, ohne weitere Untersuchungen abzuwarten. Alle gekeulten Vögel erwiesen sich als H5N8-frei.
 
b) Barßel (Cloppenburg, NI) - 15.12.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmästerei (17.887 Puten), zugehörig zu einem großen Geflügelkonzern
  Verdacht: 15.12.14; offiziell festgestellt: 16.12.14
  Meldung an EU und OIE: 17.12.14
  Entdeckung: aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
  Sonstiges: Kontakt über Leiharbeiter zu einem Kontaktbestand in Garrel: kein H5N8-Nachweis
  Zusammenhang mit dem Ausbruch in Neubörger (Enten; s.u.) ist anzunehmen.
 
c) Grimme (Zerbst) (Anhalt-Bitterfeld, ST) - 16./17.12.2014
  Geflügelbetrieb: Entenschlachthof eines großen Geflügelkonzerns
. Ereignis: Am 16.12.14 wurden 8.000 Enten aus einem Betrieb in Neubörger (Emsland, NI; siehe unten!) zu einem Entenschlachtbetrieb bei Grimme (ST) transportiert, wo sie am 17.12. eingetroffen sein sollen ([10]; Ausstallung erfolgt häufig nachts; ob dies hier zutrifft ist nicht bekannt). Wenige Tage später wurde in dem Bestand in Neubörger Geflügelpest entdeckt. Erst danach wurden auch die bereits geschlachteten Enten in Grimme untersucht und AIV nachgewiesen (20.12.14), sowie klinische Symptome entdeckt. Der Vorfall wurde der EU berichtet (BMEL 2015a), aber nicht der OIE gemeldet. Unklar ist der Zusammenhang mit der Meldung über eine tot aufgefundene Stockente bei Aken (~30 km entfernt), die am 17.12.14 an das zuständige Landesamt geschickt wurde und H5N8-positiv getestet wurde (s.u.)
 
d) Neubörger (Emsland, NI) - 19.12.2014
  Geflügelbetrieb: Entenmästerei (11.000 Jungenten) (Verbindung zu Geflügelkonzern unklar)
  Verdacht: 19.12.14; offiziell festgestellt: 20.12.14
  Meldung an EU und OIE: 21.12.14
  Entdeckung: aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
  Sonstiges: keine Angabe zur Geflügelart in der Meldung an OIE (siehe auch Niederlande!)
  Die infizierten, 11 Tage alten Jungenten waren in einem Bestand, aus dem am 16.12.14 8.000 Enten zu einem Schlachtbetrieb in Grimme (ST) transportiert wurden. Unklar ist, ob die Jungenten bereits vor der Ausstallung der 8.000 Enten in derselben Stallanlage untergebracht waren. In Grimme wurde später in den geschlachteten Enten AIV (BMEL 2015a) nachgewiesen, sowie klinische Symptome festgestellt. Warum diese Enten nicht bei der Ausstallung oder Anlieferung am Schlachtbetrieb beprobt wurden ist unklar. Unverständlich ist ebenfalls, warum die Herkunft und mögliche Dauer des Ausbruchs bei diesen Enten nicht ausführlich untersucht wurde. Die Umstände lassen stark vermuten, dass der Ausbruch bereits vor der Einstallung der Jungenten begonnen hatte.
 
Ausbrüche bei sonstigen gehaltenen Vögeln:
 
e) Zoo Rostock (Rostock, MV) - 05.01.2015
  Infizierte Vögel: 4 Weißstörche, 1 Rothalsgans, 4 Brautenten, 11 Kappensäger, Scharlachsichler (FLI 2015)
  Entdeckt am: 05.01.15; offiziell festgestellt am: 08.01.15
  Meldung an OIE: 09.01.15
  Entdeckung: aufgrund klinischer Symptome (3 tote Weißstörche), nicht durch Monitoring. Die Störche konnten sich bis zum 28.12.14 im Freiland aufhalten, erkrankten aber erst nachdem sie einige Tage keinen Zugang zum Freiland mehr hatten, am 3.1.15. Die Umstände (infizierte Vögel sterben i.d.R. nach wenigen Tagen) lassen die Annahme zu, dass sie sich erst in dem Stall infizierten und die Einschleppung der Viren möglicherweise bereits früher erfolgte.
 
f) Tierpark Anklam (Vorpommern-Greifswald, MV) - 16.01.2015
  Infizierte Vögel: Haushühner (von 106 Vögeln verschiedener Arten; BMEL 2015b)
  Entdeckt am: 16.01.15; offiziell festgestellt am: 21.01.15
  Meldung an OIE: 22.01.15
  Entdeckung: aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
 
g) Kleinbestand Anklam (Vorpommern-Greifswald, MV) - vor 26.01.2015
  Infizierte Vögel: 1 Hausente (von 37 Hühnern und einer Hausente; BMEL 2015b)
  Entdeckt am: ?; offiziell festgestellt am: 26.01.15
  Meldung an OIE: 26.01.15
  Entdeckung: durch Kontrolle von Geflügelbeständen nach Ausbruch im Tierpark Anklam?
 
Meldungen infizierter Wildvögel:
 
h) Ummanz, Rügen (MV) - 17.11.2014
  geschossene Ente, Art nicht bestimmt (OIE), Krickente (FLI 2015)
  Erlegt: 17.11.14; offiziell festgestellt: 20.11.14
  Meldung an EU: 21.11.14; Meldung an OIE: 25.11.14
  Sonstiges: "gesund erlegt" (FLI 2015) (aber keine pathologische Untersuchung?)
 
i) Aken (Anhalt-Bitterfeld, ST) - 07./17.12.14 (?)
  tot aufgefundene Stockente
  Entdeckt: 07.12.14; Landesbehörden informiert: 17.12.14; offiziell festgestellt: 20.12.14 [dies ist nicht das Funddatum, anders als in FLI 2015 dargestellt]
  Meldung an EU: keine Mitteilung; Meldung an OIE: 21.12.14
  Sonstiges: Im Zusammenhang mit dieser Meldung gibt es einige offene Fragen (siehe oben: Neubörger)
 
j) Greetsiel (Aurich, NI) - 09.01.2015
  "erkrankt aufgegriffene" (tote?) Mantelmöwe (FLI 2015)
  Entdeckt: 09.01.15; offiziell festgestellt: 12.01.15
  Meldung an OIE: keine Meldung (Stand 28.01.15)
 
k) Groß Schwechten (Stendal, ST) - 31.12.2014
  zwei geschossene Stockenten (FLI 2015)
  erlegt: 31.12.14.; offiziell festgestellt: 08.01.15
  Meldung an OIE: keine Meldung (Stand 28.01.15)
  Sonstiges: "gesund erlegt" (FLI 2015) (aber keine pathologische Untersuchung?)
  Das Jagdrevier liegt etwas nördlich von Stendal, wo sich das Veterinärmedizinische Landeslabor von Sachsen-Anhalt befindet.
 
l) Heringen-Auleben, Aulebener Teiche (Nordhausen, TH) - 06.01.2015
  geschossene Stockente (FLI 2015)
  erlegt: 06.01.15; offiziell festgestellt: 12.01.15
  Meldung an OIE: keine Meldung (Stand 28.01.15)
  Sonstiges: "gesund erlegt" (FLI 2015) (aber keine pathologische Untersuchung?)

 


 

Großbritannien


Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) Nafferton, Driffield (Yorkshire) - 14.11.2014
  Geflügelbetrieb: Entenbrüterei (zugehörig zu Cherry Valley Farms Ltd.) (6.000 Enten)
  Entdeckt: 14.11.14; offiziell festgestellt: 15.11.14 (H5), 18.11.14 (N8)
  Meldung an EU: 16.11.14, Meldung an OIE: 17.11.14 (H5)
  Entdeckung: Der Ausbruch unter 60 Wochen alten Enten wurde entdeckt aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring (Mortalität von 13% [1]); klinische Symptome werden jedoch auf eine bestehende Bakterien- oder Pilzinfektion zurückgeführt (u.a. [1]). Belege dafür oder eine weitergehende Untersuchung gibt es offenbar nicht, obwohl dies doch bei einer derartig hohen Mortalitätsrate naheliegend wäre.
 
  Zusätzliche Informationen:
  Etwa 10 Tage vor Entdeckung des Ausbruchs waren am 5./6.11.14 Enten aus drei der sechs Ställe (~6.500 Tiere?) geschlachtet worden (wo?). Am 5.12.14 wurde zur Frage, ob diese Enten auch infiziert waren, erklärt, dass dies nicht auszuschließen sei (Clark 2014). Der Beginn des Ausbruchs und damit der Einschleppungsweg ist damit völlig im Dunkeln.
 
  Weitere Informationen:

 

Dass die epidemiologische Untersuchung ergebnislos blieb dürfte auch daran liegen, dass die Geschäftsbeziehungen zwischen dem Unternehmen und ostasiatischen Entenproduzenten (s.u.) anscheinend nicht Thema der Untersuchung waren. Diese Beziehungen, die auf einer Internetseite des Unternehmens beschrieben werden, sind bisher die plausibelste Einfallsroute für die Viren nach Europa. Auch genetische Vergleiche legen dies nahe, wenn auch die Unterschiede in den Gensequenzen zwischen den Viren aus den europäischen Ausbruchsländern zu gering sind, um sichere Rückschlüsse zu erlauben.
Das Unternehmen verfügt zudem über ein Tochterunternehmen in der niederländischen Ausbruchsregion, sowie einen Betrieb in Brandenburg. Keiner der Berichte an die EU erwähnt diesbezügliche Nachforschungen.

Aus der Hausbroschüre von Cherry Valley Farms Ltd. aus 2007 [6]: "Cherry Valley has long been the major supplier of breeding stock to S. Korea, where the Cherry Valley SM3 is preferred above all other breeds." (Übers.: "Cherry Valley ist seit langem der Hauptlieferant für [Enten-] Brütereien in Süd-Korea, wo die Cherry Valley SM3 allen anderen Züchtungen vorgezogen wird.")
"In 2006 Cherry Valley Farms and Liuhe Group signed a joint venture agreement to establish a Grand Parent duck breeding operation in Shandong Province of China." "Liuhe Group, together with its sister company the New Hope Group, are the largest compound animal feed producer in China." (Aus der Hausbroschüre von Cherry Valley Farms Ltd. aus 2007 [7])
Am 12.09.2014 wurde in einem Liuhe-Schlachthof in der Stadt Panjin, Liaoning, VR China, H5N8 bei einer Hausente nachgewiesen [1].

Ausbrüche bei sonstigen gehaltenen Vögeln: keine

Meldungen infizierter Wildvögel: keine

 


 

Niederlande


Allgemein


Neben Deutschland sind die Niederlande das einzige Land in Europa (bzw. der West Paläarktis) aus dem Berichte über H5N8-positiv beprobte Wildvögel veröffentlicht wurden.

Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) Hekendorp (Utrecht) - 14.11.2014
  Geflügelbetrieb: Legehennen, Hühnerbrüterei (150.000 Legehennen)
  Verdacht: 14.11.14; offiziell festgestellt: 16.11.14
  Meldung an EU (Verdacht): 15.11.14; Meldung an OIE: 16.11.14
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome (hohe Mortalität; ECDE 2014), nicht durch Monitoring
 
b) Ter Aar (Nieuwkoop, Zuid-Holland) - 19.11.2014
  Geflügelbetrieb: Legehennen, teilweise Freiland (43.000 Legehennen)
  Verdacht: 19.11.14; offiziell festgestellt: 21.11.14
  Meldung an EU: 20.11.14; Meldung an OIE: 21.11.14
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
 
c) Kamperveen 1 (Overijssel) - 20.11.2014
  Geflügelbetrieb: Brüterei / Legehennen (10.000 Legehennen)
  Verdacht: 20.11.14; offiziell festgestellt: 21.11.14
  Meldung an EU (Verdacht): 21.11.14; Meldung an OIE: 22.11.14 (ohne Angabe der Geflügelart)
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
 
d) Kamperveen 2 (Overijssel) - 21.11.2014
  Geflügelbetrieb: Entenmästerei (14.600 Enten)
  Verdacht: 21.11.14; offiziell festgestellt: 22.11.14
  Meldung an EU: keine separate Meldung; Meldung an OIE: 3.12.14 (ohne Angabe der Geflügelart)
  Entdeckung: Entdeckt als Kontaktbestand in der Nähe des vorigen Ausbruchs (ca. 500 m entfernt; Ministerie ... 2014, FLI 2015)
 
e) Zouterwoude (Zuid-Holland) - 28.11.2014
  Geflügelbetrieb: Legehennen, Hühnerbrüterei (28.000 Hühner)
  Verdacht: 28.11.14; offiziell festgestellt: 29.11.14
  Meldung an OIE: 3.12.14; Meldung an EU: 1.12.14
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
 
Ausbrüche bei sonstigen gehaltenen Vögeln: keine
 
Meldungen infizierter Wildvögel
 
f) Kamerik (Utrecht) - 24.11.2014
  Kotproben von Enten, angeblich 2 Pfeifenten, aber unklar; angeblich ohne Krankheitssymptome, aber Enten offenbar nicht untersucht?
  Probenahme: 24.11.14
  Meldung an OIE: keine Meldung; Meldung an EU: 1.12.14
  Entdeckung: Entdeckt durch Monitoring

 


 

Italien


Allgemein


Der Ausbruch von Geflügelpest hat in Italien kaum für Aufmerksamkeit gesorgt, so dass entsprechend wenige Informationen außer den offiziellen Berichten vorliegen.


Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

 

a) Porto Viro (Rovigo, Veneto) - 10.12.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmästerei (35.000 Puten)
  Verdacht: 10.12.14; offiziell festgestellt: 15.12.14
  Meldung an EU und OIE: 16.12.14
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome, nicht durch Monitoring
 
  Zusätzliche Informationen:
  Dieser Putenbestand grenzt auf zwei Seiten unmittelbar an den Betrieb eines Biospritherstellers (Anon. 2014). In solchen Anlagen können neben pflanzlichen Rohstoffen (Mais) auch sogenannte tierische Nebenprodukte verarbeitet und damit entsorgt werden. Dafür kann auch Fleischmehl aus infizierten Tierkörpern verwendet werden, sofern dies vor dem Transport durch entsprechende Behandlung desinfiziert wurde. Hier wäre eine Möglichkeit, wie H5N8-Viren aus dem nördlichen Europa nach Italien gelangt sein könnten.

Ausbrüche bei sonstigen gehaltenen Vögeln: keine

Meldungen infizierter Wildvögel: keine

 


 

Teil 3: Nord-Amerika


Allgemein


Entdeckung der Epidemie in Kanada: Die Ausbruchsserie erfasste zunächst von Anfang bis Mitte Dezember 2014 elf kommerzielle Geflügelbestände (mit jeweils zwischen 5.900 und 53.000 Hühnern oder Puten) in British Columbia (West-Kanada; Fraser Valley), und endete am 19.12.2014 in einer privaten Kleinhaltung in derselben begrenzten Region (< 50 km Länge in Ost-West-Richtung im Fraser-Tal; [1]). Anfang Februar wurde in derselben Region ein weiterer Kleinbestand mit H5N1 infiziert gefunden, also einem Viren-Subtyp, der sich anscheinend in den USA durch einen Austausch von Gensegmenten mit niedrig-pathogenen Viren neu gebildet hat (siehe unten!) [1].


Infizierte Wildvögel wurden weder in Kanada noch in Alaska entdeckt, weder vor noch während oder nach der Ausbruchsserie (Stand 12.02.2015 [9], [1]).


Ausbreitung in den Nordwesten der USA: Etwa eine Woche nach der Entdeckung der Ausbrüche in Kanada wurden wenige Kilometer südlich der Ausbruchsregion in den USA (Bundesstaat Washington) infizierte Volierenvögel, insbesondere von Falknern gehaltene Greifvögel, und infizierte Enten im Freiland entdeckt [1]. Da in der Region auch zu Jagdzwecken Enten gezüchtet und freigelassen werden ist nicht in jedem Fall davon auszugehen, dass es sich bei geschossenen Enten wirklich um wildlebende Zugvögel handelt. Von dort breitete sich die Serie von Nachweisen von Wildvögeln entlang der Highways nach Süden bis Kalifornien und nach Südosten bis zur Grenze Idaho/Utah aus (Karte in Breed & Brown 2015) und erreichte auch einen großen Putenbestand eines Geflügelkonzerns in Kalifornien. Dieses Ausbreitungsmuster deutet stark darauf hin, dass Transporte von Geflügel oder Geflügelprodukten zu der Weiterverbreitung in den USA geführt haben, vermutlich bereits vor der Entdeckung der Ausbrüche in Kanada. Bemerkenswerterweise gab es später auch Ausbrüche in der Nähe von Grenzübergängen, die von der kanadischen Ausbruchsregion weiter entfernt liegen, wie im Okanogan County und nahe der Fähre von Vancouver Island (Port Angeles; beides Washington). Das lässt befürchten, dass in Kanada nicht alle Ausbrüche entdeckt wurden.


Ursprung der amerikanischen HPAI-Viren: Die in GenBank veröffentlichten Gensequenzen aus British Columbia und Washington sind im H5-Gensegment sehr ähnlich. In den einschlägigen Datenbanken mit HPAI-Viren-Gensequenzen gibt es nur eine einzige sehr ähnliche Gensequenz. Sie stammt von einem H5N8-Virus, das im November 2013 bei einem Weißnacken-Kranich (Grus vipio) in Japan isoliert wurde. Diese Kranichart brütet in Nordost-China und in angrenzenden Regionen der Mongolei und Russlands und zieht durch Korea nach Japan, wo die Kraniche am Überwinterungsplatz Izumi-shi auf der südlichen Insel Kyushu von Menschen gefüttert werden. Wo genau sich der Kranich infizierte ist unklar; am wahrscheinlichsten während einer Rast in Korea oder in Japan. Die Einschleppung der Viren nach Nordamerika kann daher über die Geflügelwirtschaft sowohl aus China, Südkorea oder Japan erfolgt sein.


Genetik: Bemerkenswert ist, dass sich die Viren bei dieser Ausbruchsserie genetisch von den zuvor in Ostasien und später auch in Europa nachgewiesenen Viren unterscheiden. So kam es anscheinend mehrfach zu einem Austausch von Gensegmenten von einem aus Ostasien stammenden H5N8-HPAIV mit amerikanischen niedrigpathogenen AIV, was zunächst zu der Entstehung von H5N2 führte. Die beteiligten Neuraminidase-Gene "N1" und "N2" sind offenbar seit Jahren in den westlichen USA weit verbreitet [2]. Alle Ausbrüche in Kanada sind von Viren dieses neuen Subtyps H5N2 verursacht worden. Die weitere Ausbreitung verlief dann - wie so oft (siehe Europa!) - zunächst nur zwischen kommerziellen Geflügelbeständen mit Stallhaltung, bevor Viren erstmals in die Umwelt freigesetzt wurden.


Ursachen für die Einschleppung: Dies ist anscheinend das erste mal, dass ein Geflügelpest-Virenstamm aus der Alten Welt nach Nordamerika eingeschleppt wurde. Frühere Geflügelpest-Ausbrüche dort wurden von endemischen amerikanischen Virenstämmen verursacht, die ihre hochpathogenen Eigenschaften vor Ort erworben hatten. Aus der Ausbruchsregion im Fraser Valley wird Geflügel u.a. nach Ostasien exportiert. Auch südlich der Grenze befindet sich in Bellingham (USA, Washington) ein Überseehafen, von dem vor allem Schiffe nach Asien auslaufen. Mit solchen Handelsbeziehungen ist notwendigerweise auch ein Austausch von Transportmaterial sowie Kontakte zwischen Personen in beide Richtungen verbunden, so dass hier der wahrscheinlichste Einschleppungsweg zu sehen ist.


Wie leicht AI-Viren aus Ostasien in die Ausbruchsregion eingeschleppt werden können verdeutlicht die folgende Tatsache: Um die Jahreswende 2014/5 wurde berichtet, dass Personen aus British Columbia nach Besuchen in China mit Geflügelpestviren vom Subtyp H7N9 infiziert waren [13]. Anders als dieser Viren-Subtyp lösen H5N8-Viren soweit bisher bekannt bei Menschen keine Krankheitssymptome aus und würden deswegen nicht auffallen. Auch wenn der genaue Weg der Viren aus Ostasien nach Kanada vermutlich nicht mehr rekonstruiert werden kann (auch weil es den Behörden anscheinend an Interesse an einer Aufklärung mangelt), so lässt der Ablauf der Ereignisse bei H5N8 keinen vernünftigen Zweifel daran, dass der interkontinentale Geflügelhandel ursächlich für die Einschleppung war.

 


 

Kanada (H5N2)


Sonstiges


Die EU wurde am 04.12.2014 offiziell über die Ausbrüche informiert und die Exporte von Geflügel aus Kanada in die EU suspendiert [5].

Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) Chilliwack (British Columbia) - 30.11.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (12.800 Broiler)
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund klinischer Symptome (hohe Mortalität), nicht durch Monitoring
 
b) Abbotsford [ca. 30 km südwestl. von Chilliwack] (British Columbia) - 30.11.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmast (28.000 Puten)
 
c) Abbotsford (British Columbia) - 02.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (27.200 Broiler)
 
d) Abbotsford (British Columbia) - 03.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (14.900 Broiler)
 
e) Abbotsford (British Columbia) - 05.12.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmast (31.000 Puten)
 
f) Abbotsford (British Columbia) - 08.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (18.000 Broiler)
 
g) Abbotsford (British Columbia) - 08.12.2014
  Geflügelbetrieb: Putenmast (33.000 Puten)
 
h) Abbotsford (British Columbia) - 09.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (8.000 Broiler)
 
i) Abbotsford (British Columbia) - 10.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (5.900 Broiler)
 
j) Langley [ca. 17 km westl. von Abbotsford] (British Columbia) - 13.12.2014
  Geflügelbetrieb: Legehennen (53.200 Legehennen)
 
k) Langley (British Columbia) - 16.12.2014
  Geflügelbetrieb: Broilerzucht (11.800 Broiler)
 
Ausbrüche in Kleinhaltungen:
 
l) Langley (British Columbia) - 19.12.2014
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (130 Perlhühner, Hühner, Enten, Gänse)
 
m) Chilliwack (British Columbia) - 02.02.2015
  HPAI-Subtyp: H5N1 (zuvor nur einmal in den USA im südlich angrenzenden County Whatcom nachgewiesen
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (94 Legehennen)

Meldungen infizierter Wildvögel: keine

 


 

USA


Allgemein


Die Ausbrüche in den USA ergeben ein völlig anderes Bild als die Ausbruchsserie in Kanada. In den USA waren von Beginn an freilebende Enten, gehaltene Vögel (Falken) und Kleinbestände betroffen, aber erst später ein kommerzieller großer Putenbestand eines Geflügelkonzerns. Über einen zweiten kommerziellen Bestand mit H5N8 in Kalifornien (bestätigt am 12.2.2015) sind aktuell noch keine konkreten Informationen veröffentlicht worden [11].


Mit der Ausbreitung der Viren in Amerika verbunden war die Neubildung von mindestens zwei weiteren Subtypen (H5N2 und H5N1) durch Austausch von Gensegmenten mit niedrigpathogenen AI-Viren (Rekombination), beide allerdings mit dem aus den kanadischen Ausbrüchen bekannten "H5". Diese Neubildung erfolgte offenbar unmittelbar nach der Einschleppung der Viren, vor der weiteren Ausbreitung entlang der Nord-Süd-Highways.


Eine entscheidende Rolle könnte hierbei der Wiser Lake (Whatcom County, Washington, USA) gespielt haben, ein kleiner See bei Lyndon, etwa 20 km südlich der kanadischen Ausbruchsregion (etwa gleichweit entfernt von Abbotsford und Langley). Über diesen See führt auf einer Brücke eine Hauptstraße, die die kanadischen mit den US-amerikanischen Ausbruchsplätzen verbindet. Die Vermutung ist naheliegend, dass von dieser Brücke aus HPAI-Viren aus Geflügeltransporten z.B. mit kontaminierten Federn oder Staub in den See gelangt sind, vermutlich bereits bevor die Ausbrüche in Kanada entdeckt wurden.


Der Wiser Lake ist ein stark frequentiertes Rastgebiet für Wasservögel, trotz geringer Wasserqualität (Beschreibungen und Fotos vom See und seiner Umgebung sind im Internet zu finden, z.B. [14]). Die ersten Nachweise der Geflügelpest in den USA ließen sich konkret auf diesen See zurückführen (Relyea 2015a), und zwar von mindestens zwei der drei Subtypen (H5N2, H5N8): eine H5N2-positive Spießente wurde dort geschossen; ein H5N8-infizierter Gerfalke eines Falkners wurde mit Enten von diesem See gefüttert. Von H5N1 (das nicht mit dem "klassischen" H5N1 "Asia" identisch ist!) gibt es bisher nur einen Nachweis im selben County (geschossene Krickente); der im Bericht an die OIE angegebene Ort kommt aber als Lebensraum für die Art nicht in Frage (Rande eines Gletschers am Mount Baker auf 1.500 m NN), so dass auch für diesen Nachweis eine Herkunft vom Wiser Lake wahrscheinlich ist.


Offenbar kam es zur Zeit der kanadischen Geflügelpestausbrüche an diesem See zu einem begrenzten Wasservogelsterben, ausgelöst durch Aspergillose (wie wohl schon mehrmals in der Vergangenheit; Relyea 2015a). Die Annahme ist suggestiv, dass die erkrankten Vögel anfälliger für gleichzeitige Infektionen mit verschiedenen Influenza-Subtypen waren und so der genetische Austausch ermöglicht wurde. (Etwas ähnliches ist weder in Südkorea, in Kanada oder Europa, aber möglicherweise in Taiwan beobachtet worden). Es ist daher naheliegend, am Wiser Lake den Ort für den Austausch von Gensequenzen zwischen den H5N8-Viren und niedrigpathogenen (LPAI)-Viren zu vermuten. Damit wären sowohl die genetische Vielfalt der H5-Viren-Subtypen in den USA wie auch die sporadischen Nachweise bei Wildvögeln realistisch zu erklären.


Verkompliziert wird die Situation in den USA durch den Einfluss von Falknerei (in mindestens drei Fällen waren Falken in Haltungen infiziert) und von "Game bird Holdings", in denen u.a. Enten für die Jagd gezüchtet werden (mind. 1 betroffener Bestand). Die Falken können durch verfütterte Schlachtabfälle von Geflügel oder von Wildvögeln infiziert werden; sie können ihrerseits Haltungen infizieren, in denen für die Jagd Vögel gezüchtet werden. Das bedeutet, dass einerseits eine Übertragung der Viren von erjagten Wildvögeln auf gehaltene Vögel möglich ist, als auch eine Freisetzung von Viren durch (unerkannt) infizierte Enten aus "Game bird holdings". Das könnte die weite Streuung der infizierten Wildvögel und Kleinbestände in den westlichen USA erklären.


Für die festgestellten Ausbrüche in Kleinhaltungen mit verschiedenen HPAI-Viren-Subtypen ergeben sich gleich mehrere mögliche Erklärungen, die sich nicht gegenseitig ausschließen:


a) Offenbar werden Schlachtabfälle von Geflügel oder bei der Jagd erlegten Wasservögeln an gehaltene Tiere (Falken) und vermutlich auch Geflügel verfüttert. In mehreren Fällen waren offenbar von Falknern gehaltene Greifvögel betroffen, die mit Schlachtabfällen gefüttert worden waren. Diese Praxis ist in der Vergangenheit auch im Zusammenhang mit Ausbrüchen in verschiedenen Ländern (u.a. Deutschland, Russland, Türkei) bekannt geworden.


b) Die Lage in der Nähe von wichtigen Highways lässt auch eine direkte Eintragung von Viren durch Geflügeltransporte oder über Jäger / Falkner möglich erscheinen.


c) Völlig unklar ist, ob und ggfs. wo Geflügelprodukte (z.B. Futtermittel aus Fleischmehl) aus infizierten Geflügelbeständen in Umlauf gekommen sind, bevor die Ausbrüche entdeckt wurden.


Unbekannt ist auch, ob der Austausch von Gensegmenten nur an einem Ort (z.B. Wiser Lake) erfolgte und sich die rekombinierten Viren von dort weiter verbreiteten, oder - weniger wahrscheinlich - ob es mehrmals zu einem Austausch mit einem möglicherweise weit verbreiteten LPAI-Virus gekommen ist. Um das zu klären wäre eine vergleichende Analyse von Gensequenzen der Viren aus verschiedenen Ausbrüchen hilfreich.


Die epidemiologische Untersuchung in den USA scheint sich derzeit darauf zu beschränken, über die hypothetische Rolle von Wildvögeln zu spekulieren, statt die tatsächlichen Ausbreitungswege zu rekonstruieren (sogar die Berichte an die OIE werden für entsprechende Propaganda missbraucht). Dies ist in gewisser Weise sogar verständlich. Die USA sind der größte Geflügelexporteur der Welt (z.B. Windhorst 2011) und die Einschleppung der Geflügelpest und die damit einhergehenden Exportbeschränkungen können gigantische ökonomische Schäden verursachen (siehe Pihl 2015).


Die Behörden, deren Aufgabe und Verantwortung es sein sollte, ein solches Ereignis zu verhindern, haben dies nicht geschafft und suchen nun nach einem passenden Sündenbock. Wildvögel sind da das geeignete Alibi. So wird - bisher offensichtlich sehr erfolgreich - von dem Versagen der zuständigen Behörden bei der Seuchen-Prophylaxe abgelenkt.


19.12.2014 Benachrichtigung der EU über einen Ausbruch in einem Kleinbestand (Winston, Oregon) und Informationen über frühere Nachweise von H5N8 und H5N2 bei gehaltenen Vögeln (Falknerfalken) und geschossenen Wildenten. Geflügel-Exporte in die EU werden suspendiert [5].

Vorbemerkung:


Zwischen dem Datum der Probenahme und der Bestätigung liegen teilweise mehrere Wochen.

Ausbrüche in kommerziellen Geflügelhaltungen:

a) H5N8: Stanislaus County (California) - 19.01.2015 (23.01.2015 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Putenmast (145.000 Puten)
  Entdeckung: Entdeckt aufgrund steigender Mortalität (50% in einem Stall), nicht durch Monitoring
 
b) H5N8: Kings County (California) - ? beprobt (12.02.2015 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Hühner [11] - noch nicht der OIE gemeldet
 
Ausbrüche in Kleinbeständen:
 
a) H5N8: Douglas County (Oregon) - 16.12.2014 (19.12.14 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (130 Perlhühner, Hühner, Enten, Gänse)
 
b) H5N2: Benton County (Washington) - 24.12.2014 (03.01.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (253 Hühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben)
 
c) H5N2: Benton County (Washington) - 24.12.2014 (09.01.15 bestätigt [12])
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (Hühner, Enten, Gänse, Puten, Tauben)
  Anmerkung: Kontaktbestand von c) (Pihl 2015); der OIE nicht gemeldet
 
d) H5N2: Canyon County (Idaho) - 07.01.2015 (16.01.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (29 Hühner, 2 Enten)
 
e) H5N2: Clallam County (Washington) - 08.01.2015 (16.01.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (100 Gänse, Enten, Hühner)
 
f) H5N2: Okanogan County (Washington) - beprobt: ? (21.01.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand (70 Hühner), Oroville, Soziales Projekt (Relyea 2015a)
 
g) H5N2: Okanogan County (Washington) - beprobt: ? (25.01.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Zucht von Vögeln für die Jagd, Riverside (4.873 Fasanen, Stockenten, Gänse, Rebhühner, Hühner)
 
h) H5N2: Clallam County (Washington) - ? beprobt (02.02.15 bestätigt)
  Geflügelbetrieb: Kleinbestand - noch nicht der OIE gemeldet
 
Ausbrüche bei sonstigen gehaltenen Vögeln [1], [11]:
 
a) H5N8: Whatcom County (Washington) - 10.12.2014 (14.12.14 bestätigt)
  Gerfalke (Falknerei) [4 Falken starben, nur 1 getestet (Relyea 2015b)]
 
b) H5N2: Canyon County (Idaho) - 07.01.2015 (16.01.15 bestätigt)
  Wanderfalke ("Captive falcons" [12]; "Captive peregrin falcon" [sic] [1]; Falknerei? siehe e))
 
c) H5N8: Kootenai County (Idaho) - beprobt: ? (29.01.15 bestätigt)
  Gerfalke (Falknerei?)
 
d) H5N2: Canyon County (Idaho) - beprobt: ? (02.02.15 bestätigt)
  Virginia-Uhu (Falknerei? siehe b))
 
e) H5N8: Kootenai County (Idaho) - beprobt: ? (06.02.15 bestätigt)
  Gerfalke (Falknerei? siehe c))
 
f) H5N2: Canyon County (Idaho) - beprobt: ? (12.02.15 bestätigt)
  Weißkopf-Seeadler (Falknerei? siehe b))
 
Meldungen infizierter Wildvögel [11]:
 
(Allein im Bundesstaat Washington, der südlich an die kanadische Ausbruchsregion grenzt, wurden bis Anfang Januar mehr als 1.000 Proben von Wild-, v.a. Wasservögeln gesammelt und bis 11.02.2015 bei 11 Wildvögeln (3 Stock-, je 2 Spieß- und Pfeifenten, je 1 Krickente, Rotschwanz-Bussard, Rundschwanz-Sperber und Wanderfalke) HPAIV der drei Subtypen nachgewiesen, überwiegend in der weiteren Umgebung des Wiser Lakes. Es ist allerdings nicht bekannt, ob schon alle Proben analysiert wurden; Relyea 2015a). Insgesamt wurden in den USA bis zum 11.02.2015 30 Wildvögel positiv getestet.
     
a) H5N2: Whatcom County (Washington) - 08.12.2014 (15.12.14 bestätigt)
  Spießente: Totfund (Todesursache: Aspergillosis; Relyea 2015b)
 
b) H5N2: Whatcom County (Washington) - 08.12.2014 (24.12.14 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer
 
c) H5N8: Whatcom County (Washington) - 16.12.2014 (24.12.14 bestätigt)
  Amerikanische Pfeifente: Jagdopfer
 
d) H5N2: Lane County (Oregon) - 20.12.2014 (12.01.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer
 
e) H5N2: Clark County (Washington) - 23.12.2014 (16.01.15 bestätigt)
  Spießente: Jagdopfer
 
f) H5N2: Whatcom County (Washington) - 23.12.2014 (02.02.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer?
 
g) H5N2: Columbia County (Oregon) - 24.12.2014 (16.01.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer
 
h) H5N8: Butte County (California) - 28.12.2014 (01.01.15 bestätigt)
  Schnatterente: Jagdopfer
 
i) H5N1: Whatcom County (Washington) - 29.12.2014 (16.01.15 bestätigt)
  Amerikanische Krickente: Jagdopfer
 
j) H5N2: Whatcom County (Washington) - 29.12.2014 (26.01.15 bestätigt)
  Rundschwanz-Sperber: Totfund, durch anderen Beutegreifer getötet (Relyea 2015b)
 
k) H5N8: Grays Harbor (Washington) - 29.12.2014 (02.02.15 bestätigt)
  Wanderfalke: Totfund?
 
l) H5N8: Clark County (Washington) - 30.12.2014 (02.02.15 bestätigt)
  Amerikanische Pfeifente: Jagdopfer?
 
m) H5N8: Butte County (California) - 31.12.2014 (23.01.15 bestätigt)
  Amerikanische Pfeifente: Jagdopfer
 
n) H5N2: Whatcom County (Washington) - 01.01.2015 (27.01.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer
 
o) H5N8: Davis County (Utah) - 02.01.2015 (09.01.15 bestätigt)
  Amerikanische Pfeifente: Jagdopfer
 
p) H5N2: Morrow County (Oregon) - 03.01.2015 (02.02.15 bestätigt)
  3 Brautenten: Jagdopfer [11] [nicht der OIE gemeldet]
 
q) H5N2: Morrow County (Oregon) - 03.01.2015 (02.02.15 bestätigt)
  3 Löffelenten: Jagdopfer [11] [nicht der OIE gemeldet]
 
r) H5N2: Columbia County (Oregon) - 05.01.2014 (02.02.15 bestätigt)
  2 Stockenten: Jagdopfer?
 
s) H5N2: Columbia County (Oregon) - 05.01.2014 (02.02.15 bestätigt)
  Spießente: Jagdopfer?
 
t) H5N8: Yolo County (California) - 07.01.2015 (09.01.15 bestätigt)
  Amerikanische Krickente: Jagdopfer
 
u) H5N8: Gooding County (Idaho) - 07.01.2015 (14.01.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer
 
v) H5N8: Lane County (Oregon) - 07.01.2015 (03.02.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer?
 
w) H5N2: Skagit County (Washington) - 09.01.2014 (26.01.15 bestätigt)
  Rotschwanz-Bussard: Totfund an Stromleitung (Relyea 2015b)
 
x) H5N8: Lincoln County (Nevada) - beprobt: ? (30.01.15 bestätigt)
  Stockente: Jagdopfer [1], nicht in [11] erwähnt
 
y) H5N2: Lane County (Oregon) - 12.01.2015 (03.02.15 bestätigt)
  Spießente: Jagdopfer?
 
z) H5N2: Canyon County (Idaho) - 17.01.2015 (09.02.15 bestätigt)
  Spießente: Jagdopfer?

 


 

Teil 4: Quellen


[1] OIE (http://www.oie.int/animal-health-in-the-world/update-on-avian-influenza/2015/)

[2] GenBank (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/)

[3] GISAID (http://platform.gisaid.org/epi3/frontend)

[4] Berichte der EU-Länder über Geflügelpestausbrüche an das "Standing Committee for Plants, Animals, Food and Feed (SCoPAFF)" (http://ec.europa.eu/food/committees/ regulatory/scfcah/animal_health/presentations_en.htm#20141128)

[5] Chronologie der Ereignisse in Zusammenhang mit Geflügelpestausbrüchen in der EU und in anderen Ländern (http://ec.europa.eu/food/animal/diseases/controlmeasures/ avian/docs/chrono_hapai_eu_members_en.pdf)

[6] http://cherryvalley.uk.com/media/media/ducksint/Ducks%20International%202010.pdf

[7] http://cherryvalley.uk.com/media/media/ducksint/Ducks%20International%202007.pdf

[8] http://en.wikipedia.org/wiki/2007_Bernard_Matthews_H5N1_outbreak

[9] http://www.inspection.gc.ca/animals/terrestrial-animals/diseases/reportable/ai/2014-2015-ai-investigation-in-bc/statement-2014-12-17/eng/1418831375455/1418831451437 Update 17.12.2014

[10] http://hallespektrum.de/nachrichten/vermischtes/vogelgrippe-nun-auch-sachsen-anhalt-stockente-war-infiziert/129643/ Meldung vom 20.12.2014

[11] http://www.aphis.usda.gov/wildlife_damage/downloads/WILD BIRD POSITIVE HIGHLY PATHOGENIC AVIAN INFLUENZA CASES IN THE UNITED STATES.pdf download 08.02.2015 update vom 6.02.2015

[12] USDA (2015): Update on Avian Influenza Findings in the Pacific Flyway. Last modified: 13.02.2015 http://www.aphis.usda.gov/wps/wcm/connect/APHIS_Content_Library/SA_Our_Focus/SA_Animal_Health/SA_Animal_Disease_Information/SA_Avian_Health/CT_AI_Pacific_Flyway?presentationtemplate=APHIS_Design_Library%2FPT_Print_Friendly

[13] http://www.cbc.ca/news/canada/british-columbia/h7n9-bird-flu-case-confirmed-in-2nd-b-c-patient-1.2937425

[14] www.bellinghamherald.com/ 2014/ 02/ 07/ 3461505/ fungal-disease-killing-swans-at.html

 


 

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